Wer besaß die Handschriften?

Im Laufe ihrer Geschichte haben Handschriften immer wieder den Besitzer gewechselt. Sie wurden verkauft, vererbt, verschenkt oder gestohlen; Klöster wurden säkularisiert und ihre Bibliotheken in fürstliche und später staatliche Bibliotheken überführt. Oft genug können wir diese Besitzer-Geschichte nicht lückenlos nachvollziehen. Umso spannender ist es, wenn sich in Handschriften Besitzvermerke finden, die ein wenig Licht in das Dunkel bringen.

In der Geraardsbergen-Handschrift gibt es ein paar Hinweise darauf, dass der Schreiber der Handschrift ihr ursprünglicher Besitzer war. So vermerkt er zum Beispiel die Geburt seiner Tochter Alyonore, was merkwürdig wäre, wenn ihm die Handschrift nicht selbst gehört hätte. Zu mehr Details klicken Sie hier.

Es kam vor, dass neue Besitzer von Handschriften ihren Namen eintrugen. Die nach-mittelalterlichen Besitzer der Geraardsbergen-Handschrift haben einige Besitzvermerke in der Handschrift angebracht. In Bodley 264 hat der englische Adelige Richard Woodville den Kodex mit seiner Unterschrift markiert.

Handschriften waren wichtige Handelsgüter im Mittelalter und wurden nicht selten in ferne Regionen verkauft. Bodley 264 ist so ein Beispiel: Dieser Handschrift sieht man noch heute an, dass die vom Kontinent nach England kam. Hintergründe dazu finden Sie hier.

Unsere deutsche Fallstudie wiederum zeigt das Beispiel einer verschenkten Handschrift: Graf Wilhelm Werner von Zimmern schenkte sie Christoph Mellinger. Und einer der Besitzer – wir wissen nicht genau, welcher – schrieb sich sorgfältig auf, welche der Texte er schon in seiner Bibliothek hatte. Hier finden Sie mehr dazu.

Und dann gibt es in Handschriften noch eine Menge von Spuren, die von unbekannten Lesern hinterlassen wurden (ob sie die Handschrift besessen haben, kann man in den seltensten Fällen wissen). Was für Spuren das waren, können Sie in unserem Raum Wer las die Handschriften? herausfinden.

 

 

 

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