So sprach Herr Grobochs…

Das folgende ist ein Beispiel dafür, wie der Dichter Rutebeuf das komische Potenzial seines Namens (oder Künstlernamens) nutzte. Es handelt sich um die letzten 40 Verse der ‘Vie de Sainte Elyzabel’ (hier in der Fassung BNF fr. 837).

Hier können Sie den Text anhören, während Sie ihn mitlesen (vorgelesen von Karen Pratt).

Paris, Bibliothèque nationale de France, fonds français 837 (vor 1300), f. 294v

Original: Se Rustebues rudement rime
Et se rudece en sa rime a,
Prenez garde qui la rima.

Rustebuef, qui rudement oevre
Qui rudement fet la rude oevre
Qu’assez en sa rudece ment,
Rima la rime rudement.
Quar por nule riens ne croiroie
Que bués ne feïst rude roie,
Tant i meïst len grant estude.
Se Rustebues fet rime rude,
Je n’i part plus, mes Rustebues
Est ausi rudes comme uns bues.

Übersetzung: Wenn Grobochs grob reimt
und seine Reime grob sind,
bedenkt, wer sie gereimt hat.

Grobochs, der grob arbeitet
und der grob seine groben Werke schafft
und der durch seine Grobheit auch schonmal lügt,
reimte seine Reime grob.
Denn auf keinen Fall würde ich glauben,
dass ein Ochse etwas anderes als eine grobe Furche ziehen kann,
wie sehr er sich auch anstrengt.
Wenn Grobochs grobe Reime macht,
dann weil – und davon rücke ich nicht ab – Grobochs
so grob wie ein Ochse ist.

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(Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Bibliothèque nationale de France: gallica.bnf.fr.)

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