Minnereden

Viele Minnereden sind Erzählungen (auch wenn uns modernen Lesern der Inhalt nicht sehr interessant vorkommt). Sie beginnen in der Regel mit einem Ich-Erzähler, der berichtet, wie ihn ein Spaziergang in einen wunderschönen Wald führt, in dem er dann zufälig einem Ritter oder einer adeligen Dame begegnet, die sich als allegorische (?) Figuren herausstellen: der Ritter ist auf der Suche nach der LIEBE, oder die Dame, als die LIEBE, auf der Suche nach dem idealen LIEBHABER.

Im Unterschied zum Minnesang, der seit etwa 200 Jahren gut erforscht ist, sind viele Minnereden bis heute völlig unbekannt. Sie gelten in der germanistischen Forschung als eintönig und langweilig. Das war um 1500 definitiv anders: Wie wir den zahlreichen Sammelhandschriften entnehmen können, die sich erhalten haben, waren sie begehrte Sammelobjekte unter den Adeligen des Spätmittelalters.

Hier finden Sie ein Beispiel für eine Minnerede mit einem kurzen Textauszug, Übersetzung und Audio-Beispiel.
Hier geht es zurück zu Liebe im deutschen Mittelalter. Hier kommen Sie weiter zu unserem zentralen Ausstellungsstück, einer Minnereden-Sammelhandschrift aus dem 15. Jahrhundert.

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